Als ich Anfang 30 war, begegnete ich auf einem Kongress über alternative Heilkunst einer mitreißenden Dame aus Indien, weißhaarig, alterslos – Sree Chakravarti. Sie würzte ihren Vortrag mit Yoga-Übungen und meinte heiter: "If I can do it, everybody can do it." Damals stand ich bewegungstechnisch eher auf Bergsteigen, aber ich war fasziniert von Srees Ausstrahlung und buchte Seminare bei ihr. So begann Yoga für mich.

Doch es dauerte eine Weile, bis Yoga zu dem unverzichtbaren Teil meines Alltages wurde, der es heute ist. Denn nach der anfänglichen Begeisterung dümpelte meine Praxis vor sich hin.

Irgendwann merkte ich aber, dass ich einen echten Gegenpol zu meinem stressigen Journalistenalltag brauchte. Etwas, wobei es nicht um Leistung, Tempo und Vergleich geht, sondern darum, zur Ruhe zu kommen und zum Einklang mit sich selber.

Um mich tiefer mit der Yoga-Lehre auseinander zu setzen, machte ich 2001 bei Sri Shivan Namboothiri (Yoga Vihar Berlin) eine klassisch-indische Lehrer-Ausbildung – good old Hatha. Bei David Lurey (Find Balance Yoga) absolvierte ich 2011 ein Teacher-Training (Vinyasa) nach Yoga-Alliance-Richtlinien.

Doch damit nicht genug - immer wieder entdecke ich bei Fortbildungen und Yoga-Konferenzen Neues – Yoga ist wie ein Buch, das man nie zu Ende lesen kann. Genau das ist für mich das Wunderbare daran.

Vielen tollen Lehrern – insbesondere Bryan Kest, Patrick Broome und Clive Radda - verdanke ich Anregungen für meine eigene Entwicklung und für meinen Unterricht.

Es macht mir Freude, weiter zu geben, was Yoga für mich ist: eine stets neue Herausforderung, Spaß, Vergnügen und ein wunderbares Mittel, um die eigene Mitte zu finden und dabei rundherum beweglich zu werden und zu bleiben.